Patagonien, den südlichen Teil Argentiniens und Chile, mit dem Camper

Hola Chicos,

in Santiago sind wir auf die Idee gekommen uns für Patagonien, den südlichen aber teilweise kaltem und sehr windigem Teil von Chile und Argentinien einen Camper zu mieten. Der Vorteil in Südamerika ist, dass man campen kann wo man will und wir somit keine Kosten für Campingplätze haben werden. Nach ewigen hin und her, bei Wicked Camper, haben wir eine Lösung gefunden allerdings müssen wir dafür von Puerto Varas nach Punta Arenas fliegen. Der Flug geht über den Torres del Paine Nationalpark (bekanntester Nationalpark Chiles), den wir natürlich auch auf unserer Liste haben. Auf dem Flug haben wir eine wunderschöne Aussicht auf die Gletscher und schneebedeckten Berge, einfach genial.

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In Punta Arenas angekommen machen wir uns gleich los um unseren Camper abzuholen, um am gleichen Tag noch die Strecke nach Ushuaia anzutreten. Unser Camper heißt „Mafalda“ und auf unserem Trip fotografiert jeder Einheimischer unsere Mafaldi bis wir mal erklärt bekommen warum sie den Camper alle so toll finden. Mafalda ist eine Zeichentrickfigur die, mit politischem Hintergrund im Fernsehen, Dinge äußert die wohl sehr gut zutreffen und niemand wagt zu sagen, außer eben ein Kind wie Mafalda.

 

Ushuaia liegt nun wiederum in Argentinien und ist die selbsternannte südlichste Stadt der Welt. Hier brechen die Exkursionsschiffe in die Antarktis auf, und eigentlich hätten wir auch gerne eine mitgemacht aber für 5 Tage ist man mal schnell 5000€ p.P. los. Also machen wir nur einen Ausflug mit dem Catamaran, vorbei an kleinen vorgelagerten Inseln mit Seelöwen und Pinguinen sowie verschiedenen Arten von Vögeln.

 

Nachdem Ausflug gehts noch 300km wieder rauf Richtung Chile und wir übernachten direkt an der Grenze um morgens noch unsere Früchte zu vertilgen. Wir passieren alle paar Tage die Grenze zwischen Chile und Argentinien und jedesmal müssen wir darauf achten, dass wir kein Obst, Gemüse und Milchprodukte mehr dabei haben, was völlig nervig ist. Den nächsten Tag legen wir viele Kilometer hinter uns um in den bekanntesten Nationalpark Chiles zu kommen, den Torres del Paine.

 

Auf dem Weg dorthin halten wir aber noch bei der Königspinguinen Kolonie an. Der absolute Wahnsinn denn nur hier kann man diese riesigen und 2. größten Pinguine (außer an der Antarktis) auf der ganzen Welt bestaunen. Es ist zwar total windig und kalt aber wir können unsere Augen nicht von Ihnen lassen und müssen uns das Spektakel ewig rein ziehen. Dazwischen watscheln ein paar Junge, die man an einem buschigen braunen Gefieder erkennen kann, herum.

 

Nach noch einem Zwischenstop in Puerto Natales (unserer Meinung nach muss man hier nicht hin) kommen wir an dem Start unseres 1. Trecks in dem Torres del Paine Nationalpark an. Nach einer windigen Nacht gehts morgens erstmal mit einer Fähre zu unserem Startpunkt, 17km erwarten uns. Es gibt den bekannten „W-Treck“ der 3 bis 5 Tage andauert. Da wir den Camper haben entscheiden wir uns für 2 einzelne Tagestrecks und machen von dem „W“ quasi das „V“ 😉

 

Die ersten Km hinter uns gebracht sehen wir den Cerro Paine Grande also den Gletscher Frances. Umso näher man kommt umso größere Wassermengen strömen in Flüssen den Gletscher herunter. Die Natur ist wunderschön und es erinnert uns an Neuseeland. Auch dort haben wir einige Trecks durch grüne Landschaften zu nahen Gletschern gemacht.

 

Nach 7 Stunden Laufzeit sind wir nun endlich zurück an der Fähre und kommen mit Fußschmerzen an unserem Camper an. Juhu, den nächsten Tag stehen uns auf dem 2. Tagestreck 21km bevor. Ihr wisst ja wie lauffaul ich eigntlich bin und könnte innerlich schon heulen. Am Abend treffen wir 3 Jungs aus Regensburg die auch wie wir mit einem Wicked Camper unterwegs sind und mit denen wir die nächsten Tage verbringen. Morgens geht es nun ca 10km zu den Torres del Paine (den blauen Toren), dem berühmtesten Treck des Nationalparks und nachdem er auch benannt wurde. Die ersten und der letzte Km sind die härtesten denn es geht nur noch bergauf und das auf Geröll. Aber es lohnt sich, angekommen erscheint ein toller Blick auf die außergewöhnlichen Steinformationen.

 

Nach dem Marsch von 21km fahren wir noch weiter an die Grenze zu Argentinien um nach El Calafate zu reisen. El Calafate ist eher bekannt durch den Nationalpark mit seinem UNESCO WELTKULTURERBE dem Glacier Perito Morino. Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen und nehmen auf dem Weg dorthin ein paar Tramper mit. Ein Brasilianer und ein Argentinier geben uns gute Tipps und wir haben eine abwechslungsreiche Fahrt.

Der Perito Morino Glacier ist das spektakulärste und einzigartigste was wir je in unserem Leben gesehen haben. Es ist nicht nur ein Gletscher wie man ihn kennt sondern er ragt so weit vor ins Wasser, dass er zum Anfassen nah erscheint. Im Gegensatz zu anderen Gletschern „kalbt“ er jeden Tag neues Eis und geht nicht zurück. Stundenlang bestaunen wir diesen Gletscher und sind sprachlos. Immer wieder brechen Eisblöcke, so groß wie Autos, ins Wasser. Die ganze Zeit kann man das Knacken hören-unbeschreiblich. Das muss man einfach selbst erlebt haben denn solche Eindrücke sind in Bildern nicht wiederzugeben.

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Nun haben wir nur noch 7 Tage mit dem Camper und noch 1800km vor uns, also ist etwas Stress angesagt. Von El Calafate (Argentinien) fahren wir 700km nach Chile Chico (Chile) nur durch Einöde. Flaches Land und nichts zu sehen. Unser Highlight auf dieser Fahrt war unser Tramper Marvin aus Frankreich und die Sichtung von Gürteltieren. 2 Tage hat Marvin uns begleitet und die Nacht tatsächlich bei stürmenden Wind draußen auf dem Boden verbracht-Crazy.

 

Von Chile Chico bis Puerto Varas liegen noch 1100km vor uns und das tatsächlich auf einer Gravel Road. Nur Steine, nichts asphaltiert und reiner Staub der um uns herum fliegt. Kein Wunder das man 21h für diese Strecke benötigt. Schneller als 60km kommen wir nicht voran, durchgeschüttelt und verstaubt erreichen wir unseren Camping Spot.

 

Kaum zu glauben, dass die „Straße “ erst vor 30 Jahren fertig gestellt wurde und es davor keinen Zugang gab. Zu bemerken ist, dass es die Hauptstraße ist die von Süd noch Nord von Chile führt. Trotz des Staubs und des herum gefliege im Van sind wir froh diese Strecke gewählt zu haben. Wunderschöne Landschaften mit Gletschern und Seen sowie grünen Bergen haben wir die ganze Zeit vor uns. Argentinien ist auf dieser Seite dagegen sehr trostlos. In Puerto Rio Tranquilo machen wir einen Stop um mit dem Boot zu den Marbel Caves zu fahren. Auf dem 2. größten See Südamerikas, der nur aus Gletscherwasser besteht, fahren wir durch die Höhlen die aus Mineralien entstanden sind.

Nach der Tour machen wir uns noch weiter und erreichen den Nationalpark wo wir einen Track zu einem Gletscher machen der viele Wasserfälle versteckt hält. Die nächsten Tage fahren wir gemütlich durch die Landschaft und müssen in Chaiten (Chile) für 60km 2 Fähren nehmen, da es einfach mal keine Straße mehr gibt. Es passiert einem übrigens öfter auf der Carr de Austral, dass einfach mal die „Straßen“ weg brechen. Wir hatten Glück denn kurz nachdem wir ein gewisses Stück passiert haben ist dieses durch zu viel Regen einfach eingestürzt und es sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

 

 

Am 18.12.17 kommen wir wieder in Puerto Varas an und müssen unsere geliebte Mafalda wieder abgeben. Mehrfach haben wir uns überlegt uns nicht doch einen eigenen Camper zu kaufen. In Puerto Varas treffen wir wieder auf die Jungs und Wiedersehen macht Freude. Wir verbringen einen tollen Abend zusammen bevor wir uns am nächsten Tag wieder trennen. Für uns heißt es jetzt von Chile einmal quer rüber an die Ostküste von Argentinien zu kommen.

 

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Habt ihr auch eine Reise durch Patagonie gemacht? Was war euer Highlight?

Schreibt uns in den Kommentaren

Bis bald Tom und Anika


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